
Standardwerk für Existenzgründer - Vor einer erfolgreichen Existenzgründung stellen sich viele Fragen. Doch auch - wer wie ich - schon einige Jahre selbstständig ist, kann leicht in Fallen tappen. Da kommt ein Ratgeber wie das Praxisbuch Existenzgründung von Svenja Hofert als Lotse sehr gelegen. Auf 350 Seiten schafft es die Autorin, das gesamte Themenspektrum für Existenzgründer in einer klaren und gut verständlichen Sprache zu umreißen. Das Buch eignet sich auch sehr gut zum Nachschlagen, um eigene Schritte zu überprüfen. Ich kann das Standardwerk jedem Existenzgründer empfehlen.
Möchte zuviele Anforderungen erfüllen - Zugegeben, ein gutes Buch, wenn man ganz, ganz am Anfang steht und noch überlegt, ob man sich selbständig machen will. Dann begleitet es einen wirklich durch die Ideenphase, ohne einen gleich mit allen detaillierten Fakten zu erschlagen. Wenn man aber so wie ich die Ideenphase hinter sich hat und sich bereits ganz konkrete Fragen zum Gründungsprozess und der Startphase stellt, dann ist das Buch weniger geeignet. Das erste Drittel kann man dann nämlich gleich überblättern. Und der Rest ist dann einfach zu oberflächlich. Mehr als ein paar Anregungen konnte ich nicht mehr entnehmen, insbesondere Steuern und Versicherungen werden mehr als schnell abgehandelt.
Dieses Buch hat das Zeug zum Standardwerk - Als ich mir dieses Buch gekauft habe, war ich mir sicher: ich möchte mich selbständig machen! Die Geschäftsidee war da, aber ich wusste nicht so recht, ob diese auf dem Markt eine Chance hat und wie ich das herausfinde. Auch die steuerlichen Fragen haben mich etwas geschreckt, und so stieß ich auf dieses Buch, dass ich -vorweg gesagt- JEDEM Gründer, egal in welcher Phase der Gründung und (wichtig!) egal ob groß oder klein angefangen wird, vorbehaltlos empfehle!Bereits im Vorwort verspricht die Autorin, uns Gründern/Gründerinnen ein Lotse zu sein zu den Themen:- Die richtige Form der Selbständigkeit finden.- Geschäftsideen entwickeln und testen.- Aufträge rechtssicher abwickeln.- Persönlichkeit entfalten und unternehmerisch denken.- Steuern bezahlen und sparen.- Neue Kunden und Aufträge gewinnen.- Marketing betreiben und für sich werben.- Mitarbeiter einstellen.- Krisen bewältigen.Da hat sie nicht zuviel versprochen und daher muss ich meinem Vorredner widersprechen: man kann und sollte dieses Buch von vorne bis hinten lesen. Denn selbst in den Kapiteln, von denen ich dachte Na, da kennst Du Dich aber schon aus! fand ich noch zusätzliche Tipps und Hinweise, die mir geholfen haben. Es ist gefährlich zu denken, man wüsste alles. Ausnahmen: ein Steuerberater kann das Steuerkapitel auslassen, der Marketing-Experte braucht das Marketingkapitel wohl nicht und alleinstehende Männer können das Kapitel über gründende Mütter auslassen.Jedes Kapitel ist logisch aufgebaut und enthält eine kurze Einführung ins Thema mit interessanten Fakten (z.B. aus Marktstudien oder ein anschaulisches Beispiel zum Einstieg), Schritt-für-Schritt-Anleitungen (z.B. Entwicklung einer Geschäftsidee, Vorbereitung aufs Bankgespräch), Gründerporträts aus der verschiedensten Branchen und Geschäftsmodelle sowie Checklisten (Selftests), z.B. Sind Sie reif für den Quereinstieg?. Von unschätzbarem Wert erwiesen sich die jedem Kapitel angehängten Adressen (www und postalische), die zur weiteren Recherche und Vertiefung dienen. Oft fand ich dort weitergehende Infos, die speziell zu meinem Gewerbe passten und Ansprechpartner, die mir gezielt auf Fragen antworten konnten, auf die ich sonst nur ein Schulterzucken als Antwort bekam.Das hört sich alles nach Listen und Tu-das-so-und-so und das-und-das-passiert an, ist es aber nicht. Frau Hofert schafft nämlich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen verständlich geschriebenen Texten und eben diesen Checklisten und gibt keine todsicheren Patentrezepte. Sie zeigt Fallstricke auf, wägt Vor-und Nachteile bestimmter Vorgehensweisen vorsichtig gegeneinander auf, so dass man als Gründer selbst entscheiden kann (und muss!), wie man Dinge anpackt. So hilft Sie bei der Entscheidungsfindung und lässt die Verantwortung aber dort, wo Sie hingehört: bei dem Gründer, der Sie auch tragen muss. Das gab mir das gute Gefühl, richtig vorbereitet zu sein und selbst meine Entscheidung getroffen zu haben und dafür einstehen zu können.Da man jedes Kapitel unabhängig von den anderen und in beliebiger Reihenfolge lesen kann, eignet es sich auch für die, die gezielte Fragen haben. Einmal ein Kapitel komplett gelesen, eignen sich die Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Nachschlagen, so dass ich auch jetzt, nach erfolgreicher Gründung, immer noch gerne dieses Buch in die Hand nehme, um meine Vorgehensweisen zu überprüfen. Die 2004-Ausgabe habe ich bereits einem anderen Existenzgründer weitergegeben und mir die neue Auflage besorgt. Diese berücksichtigt die aktuelle Gesetzgebung, da sich ja in drei Jahren nun doch einiges geändert hat (Elterngeld, Gründerzuschuss statt Ich-AG usw.) und enthält neue interessante Gründerporträts und -sehr wichtig- aktualisierte Kontakt- und www-Adressen, die allein genommen schon das Geld für dieses Buch Wert wären.Svenja Hofert hat es wieder einmal geschafft, praxisnahe Infos verständlich zu vermitteln. Mit dieser Neuauflage wurde das Praxisbuch Existenzgründung noch verbessert und macht einen weiteren großen Schritt in Richtung Standardwerk. Uneingeschränkt empfehlenswert: kaufen!
Sehr umfangreich - Das Buch ist teuer, aber es lohnt sich. Natürlich kann man nicht alles auf einmal verstehen, aber eine Existenzgründung will gut überlegt und geplant sein. Dafür kann man gar nicht genug Informationen sammeln.Wichtig für mich waren die Infos über Banken und Versicherungen. Es ist ja nicht das gleiche, ob man angestellt ist oder selbstständig. Jetzt verstehe ich die Zusammenhänge besser.Sehr gut sind auch die vielen Hilfsmittel wie Musterverträge und das Glossar. Ich habe nur die Berufsschule besucht und deshalb hatte ich kaum Ahnung von Wirtschaft. Dieses Buch hat mir sehr geholfen, diese Dinge zu lernen die man wirklich wissen muss, wenn man sich selbständig macht.
Erfolg durch Erfahrung und dieses Buch - Die erste Auflage dieses Nachschlagewerks erschien 2004 und erhielt von den zahlreichen Rezensenten fast nur Lob. Dem Kreis der Gratulanten schloss auch ich mich an. Denn die Autorin durchforstet das Dickicht des Kleinunternehmertums sehr aufmerksam und systematisch. Zu einer aktualisierten Neuauflage fühlte sich die Autorin vor allem gedrängt, weil in Deutschland die staatlichen Rahmenbedingungen änderten. Hinzu kamen ein spezielles Kapitel für weibliche Jungunternehmerinnen, neue Gründergeschichten, aktuelle Links und weitere Retouchen. Geblieben sind das überzeugende Konzept, die verständliche Sprache, die Praxisnähe und das gute Preis/Leistungsverhältnis. Die Leserschaft außerhalb Deutschlands braucht weiterhin Zusatzwerke, um nicht schon am ersten Arbeitstag mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.Der klare Aufbau und ein ausführliches Register sollten es jedem Leser erlauben, genau die Themen herauszupicken, die für ihn von Belang sind. Ich nehme jedenfalls nicht an, dass ein aufbruchwilliger Unternehmer so wenig weiß, dass er das ganze Buch von vorne bis hinten durchlesen muss. Praxisnähe heißt für Svenja Hofert auch, an wichtigen Stellen darauf hinzuweisen, dass es in der Geschäftswelt keine Patentrezepte und Tausendsassas gibt. Wo Eigenwurstelei den Keim des Misserfolges schon in sich trägt, bringt Svenja Hofert Warnschilder an. Und wer wie die meisten Menschen neue Verhaltensmuster erst durch Erfahrung lernt, fliegt eben hie und da auf die Nase. Trotz bester Ausschilderung.Möchte man ein ganzes Kapitel durchlesen, erleichtert uns Svenja Hofert die Orientierung mit treffenden, durchnummerierten Unterkapiteln, hervorgehobenen Fragen, kommentierten Adress- und Internetangaben. Vor besonders gefährlichen Kurven auf dem Weg zum Erfolg bringt die Autorin das Schild Vorsicht! an. Und wenn sie der Meinung ist, nicht jede Erfahrung müsse wiederholt werden, steht ein Ratschlag unter der Überschrift Tipp. Möchte man sich besser einschätzen, stehen Tests zur Verfügung. Fallbeispiele, die für die Verlinkung zur alltäglichen Praxis sorgen, sind in grau unterlegte Kästchen eingefüllt und immer nach dem gleichen Schema aufgebaut, was Vergleiche und klare Vorstellungsbilder erleichtert. Fehlen dürfen in einem solchen Buch auch Checklisten nicht, die Svenja Hofert aber so maßvoll und gezielt einbindet, dass der Leser nicht in didaktisch geschwängerter Schulstubenluft zu ersticken droht. Die Sprache ist einfach verständlich, weder anbiedernd, noch arrogant abgehoben. Bei so vielen Qualitäten wage ich kaum, das nach wie vor dürftige Literaturverzeichnis zu kritisieren, was hiermit doch geschehen ist. Mein Fazit: Am Informationsmaterial kann es künftig nicht mehr liegen, wenn der Weg in die Selbständigkeit zur Klippe führt. Ohne Glück geht es allerdings auch nicht. Das lässt sich zwar nicht herbeizaubern, aber zumindest durch aufmerksames Beobachten und beherztes Reagieren anlocken.