Job-Karriere : Neue Wege der Bewerbung

Neue Wege der Bewerbung

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Frech gewinnt, dachte sich ein Koch, der sich beim Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg bewerben wollte. Und schickte als Bewerbungsschreiben eine in einen Gefrierbeutel eingeschweißte Bratpfanne, auf der stand: Wenn Sie jemanden suchen, der etwas auf der Pfanne hat, dann rufen Sie mich an! Mit Erfolg, er wurde eingestellt. Solche ungewöhnlichen Stellengesuche finden immer wieder den Weg ins Vermischte in den Tageszeitungen. Die beiden Bewerbungsprofis Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader, als Hesse/Schrader längst zu einem Markenzeichen geworden, widmen solchen ungewöhnlichen Bewerbungswegen nun ein eigenes Buch. Und das ist gut so, denn aussagekräftige Bewerbungen haben einfach bessere Chancen. Weil sie aus dem Einheitsbrei herausstechen, in dem Personaler Tag für Tag rühren müssen. Und oftmals ist es tatsächlich so, dass frech gewinnt. Eine gute Portion Frechheit mag nicht verkehrt sein, soweit sie mit Charme gepaart ist, schreiben auch die beiden Autoren. Ihr Ratgeber ist aber keine Anleitung zum Phrasendreschen. Sie raten auch nicht zum Auffallen um jeden Preis. Ihnen geht es vor allem um Bewerbungen, die durch eine besondere Note hervorstechen. Dazu braucht es oft gar nicht den Wink mit der Bratpfanne, sondern ein Gespür für Qualität in Text, Gestaltung und Bildauswahl. Hier liegt der Schwerpunkt dieses Buches, das mit zahlreichen abgebildeten Beispielbewerbungen den Blick für die gute, die besondere Bewerbung schärft. Und natürlich das Versprechen des Titels einlöst und einen Überblick über neue Wege und Formen der Bewerbung gibt. Zum Beispiel Bewerbungsflyer, Profilcard, Plakat, Banner, Sticker, ungewöhnliche Verpackungen und natürlich elektronische Bewerbungsmöglichkeiten im Netz. Das Salz in der Suppe freilich sind die in den Text eingestreuten ungewöhnlichen Bewerbungen, die den Leser immer wieder zum Schmunzeln bringen. Zum Beispiel die Geschichte von einem Werber, der kurz vor Weihnachten an die Agentur seiner Wahl einen Schokoladenosterhasen schickte und dazu schrieb: Der Zeit voraus. Auch er bekam die ins Visier genommene Stelle. Kopieren lassen sich solche Bewerbungscoups meist jedoch nicht, denn was schon durch die (Fach-)Presse ging, dem fehlt es an der Originalität, auf die es entscheidend ankommt. Und man kann mit ungewöhnlichen Methoden auch gehörig auf die Schnauze fallen. Wie der Mann, der einen Föhn an eine Werbeagentur schickte und dazu schrieb: Ich bringe frischen Wind in Ihre Agentur! Er bekam das Gerät postwendend zurück mit der Bemerkung: Heiße Luft können wir selber produzieren! -- Winfried Kretschmer

So einfallsreich können BewerberInnen sein - Wer bereits einige Bewerbungsratgeber gelesen hat, der weiß, dass es in diesem Genre eher trocken zugeht und nur wenige Bücher das Attribut neu wirklich verdienen. Im vorliegenden Fall trifft das jedoch zu, denn die Inhalte dieses Buches sind tatsächlich originell und heben sich damit deutlich von dem ab, was einem sonst zum Thema angeboten wird. Anders ausgedrückt: Hier sind wahrscheinlich die besten Ideen vertreten, mit denen Deutschlands bekannteste Bewerbungsberater in den letzten Jahren konfrontiert wurden. Daraus haben die beiden ein lesenswertes Buch gemacht, das laut Klappentext zwar kreative Bewerbungen behandelt, in dem der Begriff Kreativität aber nicht im Sinne expressiv-künstlerischer Gestaltung um ihrer selbst Willen verstanden wird, sondern als Ausdrucksform, die ausschließlich dazu dient, die fachlichen Qualifikationen der BewerberInnen ins richtige Licht zu rücken.Mit dem quadratischen Format ihres Werkes deuten die Autoren bereits eine der vielen Möglichkeit an, wie man gewohnte Pfade verlassen kann - nämlich durch Änderungen an der äußeren Gestalt der Unterlagen. Und das Buch enthält noch eine Fülle weiterer Anregungen, wie man Bewerbungen so erstellt, dass sie auffallen, ohne marktschreierisch zu wirken. Die Kunst der hier präsentierten Entwürfe liegt vielmehr gerade darin, so dezent zu sein, dass man sich durch die Inhalte angesprochen fühlt und einem gar nicht bewusst wird, wie sehr die Aufmerksamkeit durch die formale Gestaltung gesteuert wird.Doch in dem Buch werden nicht nur die üblichen Bewerbungsunterlagen behandelt. Die Autoren zeigen auch, wie man wirkungsvolle Stellengesuche verfasst, Personaler durch Plakate, Banner-Werbung oder Postkarten auf sich aufmerksam machen kann, berufliche Kontakte aufbaut und pflegt, im Gespräch mit seiner Kleidung und seinen Worten überzeugt und vieles mehr. Zudem liefern sie für alle genannten Beispiele eine Einschätzung, für wen sich welche Bewerbungsstrategie besonders eignet und worauf man dabei achten sollte. Aus meiner Sicht handelt es sich damit um ein rundherum gelungenes Buch, dem ich eine möglichst große Verbreitung wünsche.Ein Wermutstropfen allerdings bleibt. Die aufgeführten Beispiele belegen zwar eindrucksvoll, wie viel Ideenreichtum und kreatives Potenzial so manche/r BewerberIn hat, was nützen aber die besten Bewerbungsstrategien, wenn deren Wert vom Empfänger nicht erkannt wird? So wird ein Personalreferent mit den Worten zitiert (S. 158): Außergewöhnliche Bewerbungen sehe ich mir schon einmal gerne an, aber ... Es folgt eine Erklärung, warum es aus seiner Sicht sinnlos ist, sich diese Mühe zu machen. Das klingt, als würde er auch glauben, dass sein Unternehmen ohne eine kluge und individuelle Marketingstrategie auskommt. Was macht man also, wenn man an Menschen gerät, denen Ideenreichtum und Eigeninitiative gleichgültig oder gar suspekt sind? Man bewirbt sich weiter in der Hoffnung, beim nächsten Mal auf jemanden zu treffen, der erkennt, welches Potenzial in Menschen steckt, die ansprechende Unterlagen erstellen können.

Hilfreiche, praktische, kreative und anwendbare Anregungen - In Neue Wege der Bewerbung gehen die Autoren Jürgen Hesse und Christian Schrader auf moderne, originelle und außergewöhnliche Formen der Bewerbung ein. Dabei geht es zum Glück aber nicht darum, dass man zwanghaft originell einen Fön oder ein anderes Utensil beilegen soll - auch wenn man sich als Leser über diese Beispiele amüsiert -, sondern die beschriebenen Bewerbungsformen sind allesamt praktikabel und treffen einen guten Mittelweg, der seriös ist und allen Anforderungen an eine korrekte Bewerbung genügt, der aber nie langweilig ist und so sehr gute Chancen hat, aus der breiten Masse herauszustechen.Schrader und Hesse haben bereits zahlreiche Publikationen veröffentlicht, in denen es um die richtige Form von Bewerbungen geht, sie sind also Experten auf dem Gebiet. Neue Wege der Bewerbung erzielt schon beim ersten Anblick einen Pluspunkt, da das Buch in einem eher ungewöhnlichen Format gehalten ist und auch optisch frisch und modern daherkommt.Die größte Stärke des Ratgebers sind natürlich die Beispiele von Bewerbungen, die darin abgebildet und kommentiert sind. So finden sich zahlreiche mögliche Gestaltungsformen von Anschreiben, Lebensläufen und Anlagenverzeichnissen. Es muss nicht immer nach Schema F gehen, außergewöhnliche Gestaltungsformen können den Bewerbungsformen eine sehr elegante und außergewöhnliche Note verleihen, die jedem Betrachter sofort ins Auge springt. So finden sich etwa Beispiele, wie man die Bewerbungsunterlagen als Flyer, Plakat oder Postkarte gestalten kann - immer vorausgesetzt, dass man sich der passenden Zielgruppe bewusst ist.Andere Bewerbungen sind durchaus klassisch aufgebaut, weisen aber durch Format und Layout, durch die Anordnung von Foto, Referenzen oder PS-Zeilen eine hohe Individualität auf.Neben den Formen der schriftlichen Bewerbung wird in einem zweiten Teil auf elektronische Bewerbungswege eingegangen, also auf die immer häufiger geforderte Bewerbung per E-Mail, auf eigene Bewerbungshomepages, Einträge in Jobbörsen, Webblogs und anderes mehr.In einem dritten Teil wenden sich Schrader und Hesse schließlich dem Faktor der persönlichen Bewerbung zu. Hier geht es um Networking, das Pflegen sozialer und beruflicher Kontakte, die Bewerbung per Telefon und das Bewerbungsgespräch an sich. Da vor allem letzterer Punkt allein schon ganze Bewerbungsratgeber füllen kann, wird hier in kurzer, aber prägnanter Form auf relevante Punkte wie etwa das richtige Outfit, ansprechende Körpersprache und gelungenen Smalltalk eingegangen.Fazit: Neue Wege der Bewerbung liefert sowohl für Berufseinsteiger als auch für alte Hasen sehr viele praktische und hilfreiche Tipps und Anmerkungen rund um moderne Formen der Bewerbung. Die vorgestellten Beispiele sind kreativ und ansprechend, bleiben aber immer auf dem Teppich, so dass sie gut anwendbar sind und als Anregungen für eigene Bewerbungen genutzt werden können. Neben zahlreichen abgedruckten Beispiel-Bewerbungen bietet das Buch auch generell wertvolle Tipps, wie man das Interesse von Personalchefs und Arbeitgebern wecken kann - und so vielleicht bald in den Traumberuf einsteigt. Nicht alle Themen werden erschöpfend behandelt, aber das Buch bietet einen sehr guten Querschnitt durch alle wichtigen Bereiche, und das zum fairen Preis.

Die Bewerbungspäpste werden kreativ - Früher oder später mussten Jürgen Hesse und Christian Schrader ihre gewohnten Umlaufbahnen verlassen. Denn wer seit Jahrzehnten immer um die gleichen Planeten kreist, kriegt Haltungsschäden. Nun ist es also so weit. Das neue Buch von Hesse/Schrader zeigt auf, wie man mit seinen Bewerbungsunterlagen noch mehr auffällt, welche Strategien eher aussergewöhnlich sind und worauf man beim Verlassen ausgetretener Pfade achten soll. Und weil sie gleich mit gutem Beispiel vorangehen wollen, erscheint ihr Buch in einem quadratischen Format, mit einem überraschenden Cover und in einem neuen Layout. Hesse und Schrader sind lange genug im Business, um die Gefahren so genannt kreativer Bewerbungen richtig einschätzen zu können. Daher weisen sie auch immer wieder darauf hin, wie wichtig die Übereinstimmung einer Idee mit der Positionierung der eigenen Person ist. Allzu oft wird Kreativität mit Originalität um jeden Preis verwechselt. Hier ein bisschen Lustigkeit, dort ein selbst gebastelter Werbespot oder kitschige Nettigkeiten. Das kommt nicht gut heraus. Wer nicht in einem Kreativberuf tätig ist, schätzt den Akt des Schöpferischen oft falsch ein. Im Zweifelsfall soll man seine aussergewöhnliche Bewerbung vor dem Versenden lieber noch einem Profi zeigen. Bücher zum Thema Kreativer Bewerben sind bereits einige auf dem Markt. Auch wenn dies Hesse/Schrader in ihrem gewohnt egomanischen Literaturverzeichnis verschweigen. Was dieses Buch von der Konkurrenz unterscheidet ist weniger der Neuigkeitswert als die geglückte Verbindung von klassischen Bewerbungsunterlagen mit innovativen Variationen. Zudem wurde ein Verkaufspreis festgesetzt, den sich alle Interessierten leisten können. Mein Fazit: Das Konzept dieses Ratgebers für unkonventionelle Bewerbungen überzeugt mich. Denn es motiviert den Leser zwar zu kleinen und grösseren Wagnissen, schützt ihn aber auch vor allzu mutigen Schritten, die vom Empfänger dann eher als tapsige Fehlversuche wahrgenommen werden. Die Warnungen sind daher ebenso aufmerksam zu lesen wie die verständlichen Gebrauchsanweisungen, nützlichen Tipps und anschaulichen Musterbeispiele.




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