
Das Buch ist dünn - Das Buch fand ich enttäuschend, denn auf nur 118 Seiten wir insbesondere der Untertitel (wie das Leben mehr Spaß macht) inhaltlich nicht umgesetzt. Dass es nur um die einzige fiktive (und sehr offensichtliche) Lebensgeschichte von Stefan, die mit einer etwas unwirklichen Liebesgeschichte verbunden wird, gehen wird, fand ich als Umsetzung der Botschaft genug gejammert viel zu wenig und zu pauschal. Um nicht zu sagen zu simpel. Nichtsdestotrotz ist Sabine Asgodom eine Autorin und auch ein Mensch, den die Gesellschaft braucht. Ihre nur auf eine Seite beschränkten Beiträge in Working at office waren da weitaus aussagekräftiger...
keine neuen Denkanstösse... - Habe mir vom Buch mehr versprochen. Wer in ähnlichem Dilemma steckt wie Stefan und sich Gedanken über seine Probleme und die möglichen Lösungen macht, kommt eigentlich selber drauf, was zu tun ist. Wer das nicht tut bzw. tun kann ist mit dem Buch als Nachdenkeanstoss ganz gut beraten.
Besser als das Buch - Die aufwändig produzierte CD bringt die Geschichte vom ausgebrannten und jammernden Unternehmer Stefan besser rüber als das Buch. Die Dame im Park erhält so eine Stimme, die trägt und Schwächen des Textes vergessen lässt. War in den vier Sternen für das Buch noch ein Sympathiebonus enthalten, erreicht die CD nun das Maximum. Aber Achtung! Daraus zu schliessen, Sabina Asgodom sei nun auf dem Weg zum literarischen Olymp, wäre falsch. Sie bleibt Coach, Dozentin, Referentin, Kolumnistin und Sachbuchautorin - das ist ja nicht wenig.
Durch Versuche kommt man weiter - Sabine Asgodom hat s geschafft, sich unter die Top-Lebensberaterinnen einzureihen. Und wenn ich genau hinschaue, wer da alles so auf dem Podest steht, mag ich ihr den Erfolg gönnen. Das heisst nicht, dass ich bereits zum Asgodom-Jünger geworden bin, sondern dass ich ihr Engagement mag. Mit dem Ansatz mehr oder weniger klassischer Lebensberatung habe ich noch immer Mühe, genauer gesagt zunehmend. Denn die eigenen Erfahrungen lassen sich eben schlecht durch Worte weitergeben. Ich gehe grundsätzlich mit dem Neurologen Gerhard Roth einig, der ernüchternd feststellt, dass sich durch Einsicht kaum Verhaltensänderungen einstellen. Das ahnt oder weiss auch Frau Asgodom.Sie zieht die richtigen Konsequenzen und packt ihr Wissen in eine Geschichte ein. Doch die Geschichte packte mich nicht, da es eben trotzdem eine Mischform ist. Die Figuren bleiben ziemlich blass und stereotyp. Als Roman fiele das Ganze durch, und als Unterrichtsform wirkt es doch etwas anbiedernd.Wahrhaftigkeit, Mut und Wertschätzung ist keine neue Formel, aber sie bleibt durch die Geschichte besser haften. Und genau darin sehe ich den Gewinn des Buches. Denn auch das ist eine alte Erkenntnis: dauernde Wiederholungen können mit der Zeit ebenfalls dazu führen, die eine oder andere Gewohnheit abzulegen und die Mitte der Strasse zu verlassen.Weil Sabina Asgodom selber einhält, was sie ihren Lesern empfiehlt, erhält sie von mir vier Sterne.
Ein Ratgeber der etwas anderen Art - ..den man garantiert nicht so schnell aus der Hand gibt, wenn man einmal darin versunken ist. Obwohl man sich als LeserIn natürlich der Tatsache bewusst ist, dass das Buch von einer Lebensberaterin geschrieben wurde, vergisst man während der Lektüre darauf. Die geschilderten Probleme sind nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern nur (allzu) bekannt. Und was die Lösungen betrifft: An keiner Stelle findet sich auch nur der Hauch eines erhobenen Zeigefingers. Angeleitet durch die Denkanstöße der Dame im Park entdecken die Protagonisten das (Lösungs-) Potenzial, das bereits in ihnen selbst schlummert. Und was das Ganze noch liebens (und lesens-)werter macht: auch die Dame selbst hat die Erkenntnisse, zu denen sie andere hinführt, selbst nötig, um ihr eigenes Leben in Ordnung zu bringen. Ein wohltuendes Buch, in dem sich auch für „Fortgeschrittene noch der eine oder andere wertvolle Denkanstoß findet! Luise M. Sommer, Langenwang, Österreich