
Analysieren, forschen, mit Glück finden - Hallo,bei der Beschäftigung mit dem Thema Bewerbung bin ich auf das Buch Durchstarten zum Traumjob gestoßen, das eine Art Referenz in diesem Bereich darstellt / darstellen soll. Entsprechend erwartungsvoll bin ich an das Werk herangegangen.....Zunächst einmal zwei Bemerkungen: 1. das Buch ist ein Arbeitsbuch. - Wer es nur durchliest, ohne die Aufgaben zu machen, zieht nur minimalen Nutzen daraus, auch wenn man dabei sicher den großen Gedanken dahinter erfassen kann. Und 2. es ist kein Ratgeber für Themen wie Wie schreibe ich eine Bewerbung., Wie gliedere ich meinen Lebenslauf., Welche Arten von Anschreiben und Lebensläufen gibt es überhaupt. - Kann ich den LL per Handschrift präsentieren oder..... usw.. - Also: es ist kein Buch - oder nur begrenzt - für Menschen, die eine technische Anleitung zur Bewerbung suchen. R.N. Bolles Buch setzt einen Schritt weiter zurück an, oder zwei: das Hauptthema ist die Frage der Motivation: also Dinge wie: Was möchte ich im Leben? - Womit möchte ich arbeiten. - Wo sind meine Schwerpunkte? usw.. Das Werk, genaugenommen der eigentliche Teil, in dem es dann tatsächlich um den Traumjob geht - nachdem man - wenn man das Buch von vorne liest - zuerst einmal 100 Seiten durch hat -, bietet einen Drei-Phasen/Schritte-Weg: a) Die Analyse: wo stehe ich, was will ich, was kann ich gut, wohin geht mein Weg / soll er gehen?b) dann intensive Recherchen über das zukünftige Arbeitsfeld und den Arbeitsplatz, schließlich c) der eigentliche Angriff auf den Traumjob. So. Schritt a) möchte ich unbedingt mit der Note 1* bewerten. - Das ist eine ungemein gute Methode zur Selbstanalyse, bei der es richtig spannend werden kann. - R. N. Bolles bietet dazu zwei Ansätze, einen eher intuitiven, bzw. wenn man schon ungefähr weiß, wo man steht, und einen - allerdings sehr gewöhnungsbedürftigen - technischen Weg, den ich jedem Leser / Durcharbeiter des Buches empfehlen möchte, auch wenn man erst hineinfinden muß.- Die Blume ist eine ausgezeichnete Erfindung, um sich auf das - für den Traumjob - Wesentliche konzentrieren zu können. Meine Empfehlung: Schritt a) unbedingt bearbeiten. Nun zu b) Leider brökelt die Farbe an dem Bolles-Standbild nun schon. - Und zwar nicht, weil der zweite Teil wirklich harte Knochenarbeit erfordert, sondern weil er ziemlich unrealistisch anmutet. - Dieser zweite Teil ist derjenige, bei dem intensiv gesiebt wird, und zwar sehr engmaschig. - Wer diesen Bereich meistert, findet seinen Traumjob oder er versinkt - vorher oder nachher - in Desillusion.Diese ganze Ermittlungsphase ist sehr gut beschrieben, und man fühlt sich an die Hand genommen. - Allerdings scheint sich Herr Bolles nicht so recht klar darüber zu sein, dass er kein Buch zum Thema Wie verkaufe ich (mich) besser als alle anderen. schreiben wollte/sollte (oder vielleicht doch?), sondern eines für Menschen, die nur zu einem geringen Prozentsatz wirkliche Verkäufernaturen sind / wenn man alle betrachtet, die sich nach einer Änderung in ihrem Beruf umsehen. - DAS ist die größte Kritik an dem Buch. - In dieser Ermittlungsphase wird der Suchende angeleitet, stetig und immer wieder Kontakte zu knüpfen. - Kontakte zu allen möglichen Menschen, zu allen, die Informationen haben, die einem nicht vorliegen, und die man nicht so einfach ermitteln kann - auch nicht über das Internet. - Sicher, Herr Bolles geht davon aus, was viele Menschen selbst wissen: wenn man nur ein eindeutiges Ziel hat und es unbedingt erreichen will, dann schafft man es auch, und steckt auch Rückschläge ein. - Ja, natürlich. - Und doch: Mein lieber Herr Bolles, 90% aller Menschen werden diese Ermittlungsphase nicht oder nicht richtig durchziehen, denn sie haben nicht das dazu notwendige hohe Frustrationspotenzial. - Wer schon einmal als Verkäufer (im Außendienst) gearbeitet hat, der weiß, wie der Weg mit Mißerfolgen gepflastert ist/sein kann (was einem schwer zu schaffen machen kann). - Und das, genau das wird viele Menschen früher oder später zu Fragen dieser Art bringen: will ich diesen Traumjob überhaupt? - Gibt es nicht noch einen anderen Weg. - Wenn der Weg so steinig ist: wieviele werden dann überhaupt ankommen? Usw.. Mein Empfehlung zu Schritt b): tun Sie es, wenn Sie wollen, und/aber halten Sie die Augen nach Alternativen offen. - Viele Wege führen zur Erfüllung Ihres Traumes. Und nun noch Schritt drei (c)): obwohl auch er wieder - wahrscheinlich frustrierende - Recherche enthält, führt er in der Endphase a) vielleicht zum großen Glück und b) er bietet einige sehr gute Hilfen zur Vorstellung in Unternehmen, die Traumjobs anbieten, oder - ohne es noch zu wissen - für Traumjobsucher zu schaffende Traumjobs haben (werden). Meine Empfehlung für Schritt c): auf jeden Fall damit beschäftigen. - Er bietet einige wirklich hilfreiche Informationen und Tipps. Nun noch ein paar Anmerkungen zu diesem Werk: Die ersten 100 Seiten beschäftigen sich mit Informationen zu herkömmlichen Bewerbungsmethoden und deren Wirksamkeit. - Das ist schön, aber letztlich - abgesehen von den Kernaussagen - nicht besonders hilfreich. - Diese 100 Seiten hätte man auf 50 bis 30 Seiten kürzen können. An o.g. Punkt b) (zweiter Schritt) ist dem Buch der US-amerikanische Ursprung anzumerken: es mutet so an, als ob man an jeder Hand fünf Freunde hätte, oder sich schnell beschaffen könnte. (Wenigstens das, was über dem großen Teich unter Freunde verstanden wird.) Es gibt auch eine Hilfe für Schüchterne in Sachen der Ermittlungen, siehe o.g. Punkt b), weil Herr Bolles sich selbst auch als schüchtern einstuft. - Leider sind diese Hinweise so banal, nach dem Motto: wie spreche ich mit Menschen überhaupt, dass ich darauf gar nicht eingehen möchte. Weiter: obwohl sich das Buch an alle richtet, die sich neu- oder umorientieren möchten, so ist es tendenziell doch eher etwas für jüngere Menschen, frühe Umsteiger. - Denn wer diese Ochsentour aus Schritt b) machen soll, der muß auch genügend flexibel sein: ältere Menschen als - auf jeden Fall älter als jüngere - werden das sicher nicht lange mitmachen, außer wenn sie aufs Äußerste entschlossen sind. Was an dieser deutschen Ausgabe wiederum gut ist: das Buch kommt zwar aus dem Amerikanischen, ist aber auf deutschsprachige Verhältnisse übertragen und bietet somit etwas für Deutschland, Österreich und die Schweiz - z.B. Recherchequellen.Um nicht doch noch einen Roman zu schreiben, hier das Fazit: Das Buch ist gut, bietet sehr viel Input. - Aber es bedarf des entsprechenden Bodens, damit die Saat aufgehen kann. - Der Weg des Herrn Bolles ist kein Spaziergang (was er auch nicht behauptet), aber ebenso sicher nicht ein Ritt durch einen dunklen Wald bei Blitz und Donner, sondern eher eine Fahrt im tosenden Sturm. - Wer ihn durchkämpft, wird zu den glücklichen Siegern gehören, und den Autor lieben. - Wer das nicht schafft, kommt auch an, nur eben nicht auf dem Weg von Richard N. Bolles. Der Anspruch des Buches - es gar als Referenz einzustufen - ist überhöht. - Es ist ein solides Werk, das einen entbehrungsreichen Weg zur Wunscherfüllung aufzeigt. - Nicht jedermanns Sache: aber auch nicht niemandes.
Es erwartet Sie etwas Arbeit, aber die lohnt sich - fantastisch! - Bevor es richtig los geht, entweder mit dem umfangreichen Ratgeber (Handbuch) oder direkt praktisch mit dem Workbook, ein Wort zum Kapitel 2 des Buchs: Das gesamte Kapitel 2 ist eine ernüchternde und z.T. frustrierende Beschreibung der Wirkungsweise bzw. der Wirkungslosigkeit der verschiedenen offiziellen Instrumente des deutschen Arbeitsmarkts. Die Lektüre dieses Kapitels müsste eigentlich jedem wehtun, der in diesem Bereich arbeitet. Es werden v.a. vier Dinge aufgezeigt:1.) Wie verkrampft und verkrustet die traditionellen Strukturen des Themenbereichs „Stellenbesetzung“ sind.2.) Wie armselig die Versuche von Organisationen, Vereinen, Verbänden mit obsoleten Werkzeugen zum Erfolg zu kommen.3.) Wie unübersichtlich der Markt für den Stellensuchenden ist, und wie groß die Zahl der schwarzen Schafe auf diesem Markt. Diese versuchen aus der Orientierungslosigkeit nur Ihren Vorteil zu schlagen, stellen aber keineswegs eine Hilfe für die Betroffenen dar und sind schlichtweg unseriös. 4.) Ein weiteres sehr wichtiges Ergebnis der Betrachtung der traditionellen Werkzeuge ist, sie funktionieren zwar insgesamt überhaupt nicht ausreichend gut, aber sie funktionieren hauptsächlich bei sog. Höherqualifizierten so gut wie überhaupt nicht. Somit bleibt für diese Gruppe allein der Weg über die individuelle Stellensuche – also her mit dem Buch!Für wen sind also diese beiden Bücher? Gleich zu Beginn des Kapitels 1 werden im Handbuch mit Hilfe einer Tabelle die beiden unterschiedlichen Arten der Jobsuche verdeutlicht. Man könnte auch synonym sagen, die Tabelle beschreibt zwei Arten von Typen. Den „herkömmlichen“ und den kreativen. Und je nach dem, was ich nun für ein Typ bin, steige ich ein oder lege das Buch gleich wieder zur Seite. Durchstarten zum Traumjob ist für Kandidaten, die bereit sind, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und individuell an das Thema Jobsuche heranzugehen. Diejenigen, die die Stellensuche möglichst ohne großen Aufwand und ausschließlich über das Auswerten ausgeschriebener Stellenanzeigen hinter sich bringen möchten, kommen wahrscheinlich hiermit eher nicht zum Ziel.Der erste Kontakt zum Buch ist angenehm. Es fallen die freundliche, helle Farbgebung und Gestaltung des Covers auf, verbunden mit positiv besetzten Begriffen wie Durchstarten und Traumjob. Ein erstes prüfendes Blättern a la Daumenkino in dem mächtigen Werk (458 S.) schreckt aber nicht ab, sondern weckt das Interesse des Lesers. Dies wird durch das angenehme Schriftbild und die Mehrfarbigkeit als Gliederungselement erreicht. Hinzu kommen zahlreiche Illustrationen und Schaubilder. Die Tatsache, dass es sich um eine paperback-Ausgabe handelt und nicht etwa einer gebundene, unterstützt sicherlich deren Verkauf (24,90 EUR), denn bekanntermaßen geben interessierte Menschen zu jeder Zeit sehr viel Geld für Fachbücher oder für Belletristik aus, nicht aber für Bücher, in denen es um die eigene Karriereplanung gehen könnte. Das Studium des Inhaltsverzeichnisses offenbart gleich den wesentlichen Unterschied zu der großen Masse typischer Karrierebücher. Hier geht es um MEIN Ziel, in anderen Werken geht es oft um Spielregeln, die ich einhalten muss, will ich Karriere machen. Hier geht es darum, was ICH erreichen will, dort darum, was dem Markt gefällt. Hier geht es um das systematische Umsetzen MEINER individuellen Vorstellungen, dort um das stromlinienförmige Anpassen meines Verhaltens an die Wunschliste derer, die am längeren Hebel sitzen. Damit ergibt sich ein sehr angenehmer Einstieg – mein Wertesystem als Gradmesser für die Karriereplanung! Der Leser wird also nicht aufgefordert herauszufinden, was er alles nicht kann und welche Defizite er aufholen muss, um als vollwertiger Mensch am Berufsleben teilzunehmen, sondern ich bekomme Spaß herauszufinden, was eigentlich meine beruflichen Wunschvorstellungen sind und wie ich sie Stück für Stück erkennen und umsetzen kann.Das Buch widmet sich in 13 Kapiteln aller nur vorstellbaren Kernfragen einer Jobsuche, eines Stellenwechsels oder einer Karriereplanung, wirft zentrale Fragen auf, gibt Antworten und hilfreiche Tipps zu Themen wie Existenzgründung, Zeit, Herzensangelegenheiten, Traumjob, Hindernisse, Geld, Homeoffice, Softskills, Vorstellungsgespräch, Arbeitslosigkeit und andere mehr. Nach 320 kurzweiligen Seiten hat man nicht das Gefühl, noch irgendein Thema zu vermissen und man ist bereit, sich auf die „Blume“ einzulassen.Was ist die Blume? Zum Handbuch gehört ein 64-seitiges Workbook (17,90 EUR), das im hinteren Deckel ein großes Poster enthält – die Blume, mit deren Hilfe der Interessierte die Anatomie Ihres Traumjobs selbst erarbeitet.Das Workbook hat vor allem zwei Vorteile: Wer für sich schnell Ergebnisse erarbeiten möchte, kann gleich mit dem Workbook beginnen, denn das geht auch ohne die Lektüre des Handbuchs. Darüber hinaus kommt das Vorhandensein zweier Bücher der unterschiedlichen Herangehensweise verschiedener Personen entgegen. Die einen lesen nur und sind damit gut bedient, die anderen spielen das Ganze lieber praktisch durch oder benötigen zusätzlich praktische Übungen und Arbeitshinweise, um sich sicher zu fühlen.Ziel des tatsächlich händischen Zusammentragens wesentlicher persönlicher Aspekte meines Berufslebens ist das immer klarer werdende Bild von meinem Traumjob bzw. einer für mich akzeptablen Alternative. Die Blume fungiert hierbei als Symbol der Arbeitsbedingungen, unter denen ich aufblühe, unter denen ich mir vorstellen kann, beruflich richtig zu gedeihen. Bis ich da bin, muss ich allerdings eine ganze Menge Fragen beantworten und einige Entscheidungen treffen, aber es lohnt sich in jedem Fall, denn je mehr ich mich frage, in welcher Region ich eigentlich arbeiten möchte, welche Interessensgebiete oder Tätigkeitsfelder ich am liebsten bearbeiten möchte, welche Menschen ich eigentlich am liebsten um mich hätte, und welches tatsächlich meine Wertesysteme und meine Ziele darstellen, je ehrlicher ich mir diese Fragen beantworte, desto mehr gelingt es mir, mich und meine Persönlichkeit zu analysieren und dem Traumjob einen oder mehrere Namen zu geben.Sehr systematisch, mit viel Erfahrung und wunderbar geleitet, mit allerlei Tipps und Tricks zum Sortieren und Verdichten der anfangs wirren Gedanken gelingt es dem Autor Richard Nelsen Bolles (und der Bearbeiterin der deutschen Ausgabe, Madeleine Leitner), Sie Stück für Stück zu zwingen, die Dinge beim Namen zu nennen, an die Sie vielleicht vorher gar nicht gedacht haben. Am Ende haben Sie noch keinen neuen Job, aber Sie sind in der Lage, die Jobs und Berufsbezeichnungen zu nennen, die zu Ihrem Bild passen. Und nun können Sie ganz gezielt und mit gestärktem Selbstbewusstsein losgehen und sich um Ihren Traumjob kümmern. Frustriert sein müssen Sie nun nicht mehr, denn jetzt Sie wissen, was Sie wollen – und das ist mindestens die halbe Miete!Norbert Lohan
Noch immer das beste Buch zum Thema - Jetzt liegt sie vor, die vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage des besten Bewerbungsratgebers, den ich kenne. Und ich kenne so ziemlich alle, die im Umlauf sind und etwas taugen. Wieso komme ich zu dieser Einschätzung? Weil das Buch ehrlich ist, ohne zu verletzen. Die Arbeitslosen sind nicht schuld daran, dass es so wenige Stellen gibt. Aber viele Arbeitslose haben es sich selber zuzuschreiben, keine der neu zu besetzenden Stellen zu erhalten. Es ist auch nicht die Schuld von Bolles, dass die Stellen nach den Regeln des Wettbewerbs besetzt werden. Aber mit seinem amerikanischen Hintergrund kennt er die Regeln des Wettbewerbs und baut sie in seine Strategien ein. Die meisten deutschen Original-Bewerbungsratgeber drücken sich um diese Regeln herum und sind daher weniger effizient. Ihre Verfasser scheuen wohl das Risiko, die Zuneigung der Leserschaft zu verlieren. Doch wie 9 Millionen verkaufte Bolles-Bücher zeigen, ist diese Angst eine Kopfgeburt. Die unangenehmen Wahrheiten von Bolles sind statistisch gut belegt, bestimmen das Konzept des Buches und müssen vom Leser akzeptiert werden, wenn er den vollen Profit, also eine Stelle will. Daher gebe ich einige Glaubenssätze von Bolles kurz wieder:Es gibt immer freie Stellen.Der Arbeitsmarkt ist kein geschlossener Markt. Auf ihm herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, auch wenn das von aussen nicht immer bemerkbar ist. Es gibt bessere und schlechtere Methoden der Jobsuche.Die meisten Stellensuchenden stürzen sich auf die weniger effektiven Methoden. Man braucht kein Liebhaber von Wahrscheinlichkeitsrechnungen zu sein, um das Resultat dieses Vorgehens zu begreifen.Die Kombination verschiedener Methoden erhöht die Erfolgsaussichten. Wer nur auf Anzeigen antwortet, hat klar schlechtere Karten als Jobsucher, die auf mehreren Hochzeiten tanzen und Stellensuche als eine lebensveränderne Aufgabe betrachten.Man muss den Glauben an diese Wahrheiten aber auch leben, muss arbeiten, um eine bezahlte Arbeit zu finden. Ausser man setzt ausschliesslich aufs Glück. An sich zu arbeiten, kann mühsam sein. Aber dieser Job bringt sicher Gewinn. Erstaunlich, wie Bolles trotz seiner eigenen Erfolgsstory nie von oben nach unten spricht. Er setzt keine Mitleidsmiene auf, aber zeigt Mitgefühl. Er macht Mut, aber zerstört Sandburgen. Er gibt Tipps, aber keine Rezepte. Und er kennt die Psyche des Menschen, ist aber kein Seelendoktor. Kein Buch, um die besten und schönsten Bewerbungsmappen zu schreiben, sondern ein Arbeitsinstrument, um eine Stelle zu kriegen. Draussen ist Wettbewerb und Kampf. Besser, wir nehmen das zur Kenntnis und machen uns die Spielregeln zu Nutze. Und die Übersetzung? Sie ist einfach super. Denn was Madeleine Leitner geleistet hat, geht weit über eine normale Sprachübung hinaus. Sie kennt das Metier, den Arbeitsmarkt und weiss genau, wovon Bolles spricht. Wie der umfangreiche Informationsteil zeigt, kennt die Bolles-Schülerin auch ihre Grenzen. Daher hat sie für den österreichischen und schweizerischen Teil bewährte und kompetente Informanten. Müssig, die einzelnen Kapitel aufzuzählen. Bolles macht einfach an allen Stationen Halt, an denen der Weg zu einer Stelle vorbeiführt. Bolles ersetzt keine Ratgeber für perfekte Bewerbungsunterlagen, er schafft die Voraussetzungen für deren Erfolg. Mein Fazit: 9 Millionen Leser irren weniger als einige Tausend Pessimisten, die Stellensuchenden ihre tristen Rezepte vermitteln wollen. Ich war schon in meiner Zeit beim Zürcher Arbeitsamt Bolles-Fan und bin es als Marketer geblieben. Weil er weiss, was es braucht, um Menschen zu überzeugen. Und darum geht es schliesslich bei der Stellensuche. Kaufen, durcharbeiten und sich auf den Weg zum Traumjob machen.
Mutmacher für Jobsucher - Auf jeden Fall für jeden etwas dabei! Erst mal über die eigenen Werte und Ziele klarwerden: dazu gibt es praktische Tests, es muß also schon mal gearbeitet werden. Das ganze Buch ist keine leichte Kost, wer nicht alles lesen mag, kann sich hier und da ja ein paar wirklich hilfreiche Tipps rauspicken. Es gibt Einblick in die Denkweise von Personalern, schreckt nicht vor dem Thema Gehaltsverhandlung zurück und unterhält zwischendurch locker mit Geschichten aus der Praxis und coolen Cartoons.
Die Wahrheit über dieses Buch - Nachdem ich jetzt diese deutschsprachige Version zum drittenmal bearbeitet habe (1999, 2002 und jetzt 2004) möchte ich Folgendes richtigstellen:Seit 2000 wird das Buch von bekannten Autoren (oder deren Ghostwritern) seitenweise abgeschrieben, zum Teil wortwörtlich. Das Original ist der Bolles, nicht die Abschreiber.Die Ausgabe 2004 unterscheidet sich von der von 2002 (die ich ebenfalls selbst übersetzt habe) durch eine Neustrukturierung (ich durfte das Original von Dick Bolles mit seinem Einverständnis modifizieren, Dick selbst hat für die amerikanische Ausgabe 2005 einiges in seinem aktuellen Vorwort aufgegriffen): vorne finden sich aktuelle Fakten zum deutschen Arbeitsmarkt, der Anhang wurde durch exzellente Recherchequellen ergänzt, wie sie in keinem anderen Buch in Deutschland zu finden sind. Sprachlich kann es sich kaum von der früheren Ausgabe verändert haben, da die meisten Teile identisch sind. Das Kapitel How to Find Your Mission in Life haben der Verlag und ich von Anfang an deshalb nicht für die deutsche Ausgabe übernommen, weil sie unserer Einschätzung nach hierzulande befremdend wirken können. Nachdem Literaturagenten von 40 Verlagen deutschen Absagen erhalten hatten, weil das Buch angeblich zu amerikanisch sei, ist es mir nach jahrelanger Lobbyarbeit überhaupt gelungen, den Campus-Verlag für eine eigenständige deutschsprachige Version zu gewinnen, für die ich fachlich zuständig war und bin. Statt des Mission-Kapitels habe ich das Kapitel Umgang mit Depressionen eingefügt, das sich in früheren Ausgaben des Originals befunden hat und das in keinem anderen Buch thematisiert wird.Das Buch ist gegenüber der amerikanischen Ausgabe inhaltlich stark an den deutschsprachigen Raum angepasst. Ich habe zahlreiche Fakten und Informationen recherchiert und belegen können, dass sich die grundlegenden Aussagen von Dick Bolles auch hier bestätigen lassen, so dass die Kritik, das Buch sei zu amerikanisch eindeutig zu widerlegen ist - allerdings muss man es auch lesen. Ansonsten hat sich der Verlag diesmal noch enger an das Original und an meine Empfehlungen gehalten, wofür ich sehr dankbar war und bin.Da sich offenbar viele Interessenten an Rezensionen orientieren, die hier zu lesen sind, ist mir diese Richtigstellung wichtig. Dieser Weltbestseller (und das Original!) ist nach wie vor unüberboten.